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Jan Schmirmund: „Share“, „aggregate“ und „stream“ - Neue Formen medial vermittelter Kommunikation und sozialer Vernetzung

Justus-Liebig-Universität Gießen

 

Im Zuge der zunehmenden Weiterentwicklung des Web 2.0 haben sich in jüngster Zeit mindestens drei neuartige Kommunikationsprinzipien herausgebildet: Share, aggregate und stream. Kommunikation und soziale Vernetzung werden durch sie mit akteurszentriertem Wissens- und Informationsmanagement verbunden.

Im Kontext webbasierter Kommunikation wird unter sharing das zur Verfügung stellen von Informationen und Wissen verstanden. Eigenes Wissen (in Form von Informationen, Texten, Dateien, Bildern etc.) wird mit Anderen geteilt, indem die Daten online verfügbar gemacht werden.

Aggregate bezeichnet im hier fokussierten Kontext das Zusammenführen von Informationen und Wissen anhand bestimmter Kriterien. In jüngster Zeit haben sich Webdienste herausgebildet, mit deren Hilfe der Nutzer geteilte (shared) Informationen sowie subjektbezogene Statusupdates (lifestream) anhand von ihm selbst gewählter Kriterien zusammenführen und verwalten kann. Interessant ist dabei besonders die mögliche Kombination von Kriterien. So kann die Aggregation sowohl hinsichtlich thematischer Kontexte erfolgen als auch in Bezug auf Personen oder andere soziale Akteure. Insbesondere durch die personale Bezugsmöglichkeit des Aggregationsprinzips besteht eine enge Verknüpfung zum streaming. Aggregate erfüllt darüber hinaus auch die Funktion eines Filters und stellt somit ein Selektionswerkzeug dar.

Streaming liegt gewissermaßen quer zu sharing und aggregate, da hier der Aspekt zeitlich aufeinanderfolgender Ereignisse fokussiert wird. Ein stream ist dabei ein auf einen sozialen Akteur bezogener Strom von Statusupdates. Eng verbunden mit streaming ist das individuelle following. Following meint dabei das Abonnieren der Status-Updates in einem stream und damit die Aggregation und Selektion von Information und Statusinformation.

Auf diese Weise bilden sich „individuelle Öffentlichkeiten“ als neuartiges soziologisches Phänomen. Vernetzungen entstehen in diesem Kontext durch wechselseitiges Abonnieren von geteilten (Status-)Informationen mit Hilfe spezieller webbasierter Software.

Share, aggregate und stream verändern auf diese Weise nicht nur die etablierte Medienlandschaft, sondern auch Konzepte von Öffentlichkeit und Privatheit.

Der Vortrag stellt anhand konkreter Beispiele die wesentlichen Aspekte der Prinzipien share, aggregate und stream in Bezug auf deren grundlegende Phänomenologie sowie deren Repräsentation im Web vor. Darüber hinaus werden die grundlegenden Thesen hinsichtlich gesellschaftlicher Relevanz und potentieller Wirkungsmacht von share, aggregate und stream dargelegt und deren Konkretionen vorgestellt.